Springe zum Inhalt

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Liebe Nachbarn,

Vor 17 Jahren haben Sie mich erstmals in den Weinheimer Gemeinderat und in den Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises gewählt. Seither setze ich mich dort dafür ein, das Leben in der Stadt und im Kreis besser zu machen. Vor allem der Erhalt und Ausbau des sozialen Miteinanders war und ist mir eine Herzensangelegenheit.

Am 3. Mai sind Sie alle aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister für unser schönes Weinheim zu wählen. Beim letzten Mal vor acht Jahren haben Sie mich mit einem guten Ergebnis und dem zweiten Platz bedacht. Ich hoffe, dass ich die Zeit auch in Ihren Augen seitdem gut genutzt habe. Bei meinen Schwerpunkten der Förderung des sozialen Miteinanders, der Verbesserung der Integration neuer Einwohner und des Ausbaus der Inklusion von Menschen mit Behinderungen konnten wir voran kommen. Dennoch bleibt hier viel zu tun. Wir benötigen mehr Orte der Begegnung von Menschen jenseits einer Kunden- und Konsumlogik, um der Vereinsamung von Teilen unserer Gesellschaft entgegen zu wirken. Insbesondere die Jugend unserer Stadt hat seit der Corona-Pandemie gelitten; neben der aufsuchenden Arbeit des Stadtjugendrings steht seit nunmehr acht Jahren die Idee eines Jugendhauses im Raum und sollte angegangen werden. Zudem will ich mein Teil beitragen, die Sichtbarkeit und Akzeptanz der queeren Community in Weinheim auszubauen.

Was weiterhin ganz oben auf der Tagesordnung steht, ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Weinheim. Im Sanierungsgebiet Westlich Hauptbahnhof sind in diesem Sinne erste Wohneinheiten nach der Richtlinie für sozialen Wohnungsbau entstanden. Das Neubaugebiet Allmendäcker hingegen schleppt sich schon zu lange hin. Als Oberbürgermeister hätte ich mehr Möglichkeiten als jetzt, hier Tempo zu machen. Gleiches gilt für die ewigen Verzögerungen beim Bau des schon lange benötigten Netto-Marktes in Sulzbach und bei der Findung eines Nachmieters für das Markthaus in der Weststadt. Als Kreisrat konnte ich erreichen, dass der Rhein-Neckar-Kreis bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende schaffen will. Als Oberbürgermeister will ich dazu beitragen, dass damit in Weinheim angefangen wird.

Die Folgen des Klimawandels plagen uns schon heute. Die Hitzewellen im Sommer sind mehr und heftiger geworden. Zugleich geben die Menschen im Rhein-Neckar-Kreis jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro für die fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas aus. Unser Ziel muss sein, diese Abhängigkeit durch erneuerbare Energien zu überwinden. Ich werde mich dafür einsetzen, die begonnene Wärmeplanung vorantreiben, die Lade-Infrastruktur weiter auszubauen und in der kommenden Vergaberunde unsere Stadtbusse von Diesel auf Strom umzustellen.

Dies und noch viel mehr muss angegangen werden in einer Zeit, in der die Bundespolitik die Städte und Gemeinden in Deutschland in einer finanzielle Krise gebracht hat. Resiliente Kommunalpolitik ist darum der Ansatz, den ich für Weinheim verfolgen will. Resilienz bedeutet, dass unsere Stadt auch unter schwierigen Bedingungen funktioniert. Hierzu werden Einnahmen und Ausgaben aber auch Strukturen zu hinterfragen sein. Ein Mittel zur Verbesserung der finanziellen Lage Weinheims ist der Ausbau der Ganztagesschulen. Horte werden von der Stadt und den Familien der Kinder bezahlt, der Ganztag vom Land.

Zugleich wird es ohne eine Verbesserung der Einnahmeseite nicht gehen. Diese will ich unter dem Gesichtspunkt sozialer Gerechtigkeit angehen. Das bedeutet, dass starke Schultern mehr beitragen müssen, denn bei Armen ist nichts zu holen und die Mitte ist bereits stark belastet. Ein zentraler Baustein wird die Einführung einer Grundsteuer C sein für Bauland, auf dem die Eigentümer einfach nicht bauen. Das schafft nicht nur Einnahmen, es entfaltet auch eine Lenkungswirkung, damit mehr Wohnraum in Weinheim geschaffen wird, mit anderen Worten: eine Win-Win-Situation.

Liebe Weinheimerinnen und Weinheimer,
Liebe Nachbarn,

Ich habe an dieser Stelle in aller Kürze einige zentrale Themen angesprochen, die ich als Oberbürgermeister angehen will. Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Beweggründe nahe bringen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen für Fragen wie für Anregungen immer gern zur Verfügung, denn kein Politiker kann gute Politik machen, wenn er nicht im stetigen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ist.

Nun haben Sie die Wahl. Ich freue mich, wenn Sie mir am 3. Mai Ihr Vertrauen aussprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. Carsten Labudda